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Neuseeland - das andere Ende der Welt

Neuseeland - das andere Ende der Welt Kein anderes Land ist so vielfältig wie Neuseeland. Lange einsame Strände mit herrlichen Buchten. Grüne Wiesen und Weiden soweit das Auge reicht. Berge und Gletscher wie bei uns in den Alpen. Wälder mit uralten Bäumen, kochenden Schlammtümpeln und Seen, dampfende und bebende Erde. Unsere Reise erstreckte sich über 4 Wochen Dezember/Jänner und führte durch die Nord- und Südinsel und wieder retour. Nachdem wir in Auckland gelandet waren, übernahmen wir in der Nähe des Flughafens ein Mietauto für die nächsten vier Wochen. Die erste Fahrt auf der linken Straßenseite gestaltete sich äußerst beschwerlich, da wir sehr übermüdet waren und noch dazu unser Hotel in der Innenstadt von Aukland war. Ausgeruht brachen wir am nächsten Tag in Richtung Norden auf. Wir stoppten am 96 km langen „Ninety Mile Beach“ und unternahmen eine Wanderung in den Dünen. Cape Reinga ist der nördlichsten Punkt Neuseelands. Hier treffen der Pazifik und die Tasmannsee zusammen. Hier fiel uns zum ersten Mal auf, dass die Vögel sehr zutraulich sind. In der Bucht stand ein uralter leuchtendrot blühender Baum . Die Maori glauben, dass an seinen Wurzeln die Seelen der Toten ins Meer gleiten, um in ihre Heimat Hawaiki rückzukehren. Durch den geschützten Waipoua - Kauriforest (16 km) fuhren wir Richtung Südwest. Kauris zählen zu den mächtigsten Bäumen der Erde. Sie sind teilweise über 1000 Jahre alt, bis zu 50 m hoch und erreichen einem Umfang bis zu 15 m. Vor 150 Jahren war der Wald noch 12.000 km2 groß, heute sind es nur noch 90 km2. Durch saftig grüne Weiden, vorbei an Obstplantagen, durchfuhren wir das Waikatogebiet. Dieses ca. 600.000 ha große Gebiet, gehörte einst den Maoris, die es gut bewirtschafteten. Da sie das Land nicht verkaufen wollten, kam es vor circa 150 Jahren durch die englische Herrschaft zur Enteignung. Erst vor einigen Jahren wurde eine offizielle Entschuldigung ausgesprochen und eine finanzielle Entschädigung bezahlt. Wir erreichten Rotorua, der Stadt mit dem heißen Atem. Der Schwefelgeruch war überall. Aus den Kanalschächten am Straßenrand dampfte es. In den Gärten und öffentlichen Parks befanden sind zahlreiche heiße und blubbernde Schlammtümpel, welche von niedrigen Holzzäunen umrundet waren Das Gebiet um die Stadt ist überzogen mit Kratern, aus denen heißer Dampf faucht. Es gibt kochende Seen in verschiedenen Farben und Geysire die ihre Fontänen bis 30 m in die Höhe schießen. Zeitweise nahmen uns Dampfschwaden die Sicht und es war besser stehen zu bleiben. Nach einiger Zeit machten wir auf einem Waldweg eine Pause. Wir stellten das Auto ab und gingen circa 20 m in den Wald als wir zu einem kleinen Bach kamen. Kerosene Creek, stand auf unserer Straßenkarte. Das Wasser war warm. Kurz entschlossen holten wir unsere Badesachen und gingen ins Wasser. Je tiefer das Wasser wurde, desto heißer wurde es. Als Vollbad hielten wir es nur ein paar Minuten aus. Über Napier und Palmerston North kamen wir nach Wellington. Faszinierend an Wellington sind die modernen Hochhäuser, kombiniert mit den sorgfältig restaurierten viktorianischen Holzhäusern. Wellington (Windy City) ist zwar die Hauptstadt von Neuseeland, aber Aukland ist weit pulsierender, geschäftiger und größer (so kam es mir zumindest vor). Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre von Wellington nach Picton. Die Überfahrt dauerte etwa 4 Stunden. Wir genossen die herrliche Fjordlandschaft. Am Cape Foulwind beobachteten wir eine Pelzrobben-Kolonie und etwas später sahen wir die beeindruckenden Pancake Rocks (Kalksteinfelsen) die an aufeinander liegende Pfannkuchen erinnern. Den Weihnachtsabend verbrachten wir in Greymouth, in einer gemütlichen Ecke eines Restaurants. Als andere Gäste anfingen, ihr weihnachtliches Brauchtum mit Knallkörper zu feiern, zogen wir uns auf unser Zimmer zurück. Wir tauschten unsere von zu Hause mitgebrachten Päckchen aus, riefen die Familie zu Hause an und setzten uns anschließende mit einer ebenfalls von zu Hause mitgebrachten Dose voller selbstgebackener Vanillekipferl vor den Fernseher. Die Fahrt ging vorbei an grünen Weiden und vielen, vielen Schafen. Ein ehemaliger Goldgräberort versetzte uns gedanklich in die Vergangenheit. Im Westland Nationalpark wanderten wir zu zwei Gletscher. Die Zungen des Fox- und des Franz Josef Gletschers fließen durch den prachtvollen Regenwald bis auf 300 m Seehöhe herab. Am Fox Gletscher wurden wir Zeugen als mit lautem Getöse ein beträchtliches Stück Eis abbrach und in das Schmelzwasser stürzte. Unser Weg führte weiter durch riesige Obst- und Weinplantagen bis wir Queenston erreichten. Queenstown liegt am Wakatipu See, der 84 km lang aber nur 5 km breit ist. Ein alter Raddampfer aus dem Jahr 1912 dient dort als Linienschiff. Von Te Anau zum Milford Sound fuhren wir 120 km auf einer der schönsten Straßen der Welt. Wir waren beeindruckt von der Schönheit und der Abgeschiedenheit dieser Gegend. Die Stadt Dunedin wurde von schottischen Siedlern gegründet. Der überwiegend viktorianische Baustil prägt die Stadt. Manche Gebäude, so auch der Bahnhof, wirken wie eine Filmkulisse. Silvester verbrachten wir in Christchurch. Christchuch vermittelt einem das Gefühl in England zu sein und nicht am anderen Ende der Welt. Am Neujahrstag, zeitig in der Früh, fuhren wir von Christchurch zurück nach Picton um mit der Fähre wieder auf die Nordinsel zu gelangen. Wieder hatten wir Glück und hatten eine wunderschöne Überfahrt. Nach einer Nacht in Wellington fuhren wir in den Norden auf die Coromandel-Halbinsel, wo wir noch einige Tage entspannen konnten. Am“ hot Water Beach „ konnte man sich bei Ebbe Löcher in den Sand buddeln, aus denen dann heißes Thermalwasser trat. Hier endete unsere Reise. Neuseeland ist ein faszinierendes, abwechslungsreiches Land, das keine Wünsche offen lässt und das man gesehen haben sollte.

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